KinderMusikWoche Sachsen
vom 01.08.2026
Doch nun eins nach dem anderen: Die Kindermusikwoche Sachsen ist ein Projekt, welches 1994 u.a. von René Tannhäuser (Lehrkraft für Violoncello an der Musik-, Tanz- und Kunstschule Bannewitz), Constanze Glaser (Lehrkraft für Klavier, Flöte und MFE an der MTK-Schule Bannewitz) und Susanne Klawitter (Leiterin der Musikschule Freital) gegründet wurde. Damals waren es „nur“ 25 Kinder die in Johanngeorgenstadt an der 1.Kindermusikwoche teilnahmen. Das über Jahre hinweg kontinuierlich weiterentwickelte Erfolgskonzept hat auch in diesem Jahr Teilnehmende und Eltern gleichermaßen begeistert.
Nach einem gemeinsamen Begrüßungsabend in der Frauensteiner Jugendherberge wurde von Montag bis Freitag fleißig geprobt. Vormittags wurden in drei verschiedenen Ensembles extra für die diesjährigen Teilnehmenden arrangierte Werke erarbeitet. Dass für jedes Instrument und Spielniveau eine passende Stimme bereit lag, ist einigen Betreuern zu verdanken: Johannes Sell und Rosa Üregi arrangierten einen Teil aus Camille Saint-Saëns „Le Carnaval des animaux“ (Karneval der Tiere) für das kleine Orchester, in dem die jüngsten Kinder spielen. Für viele Kinder ist das Orchesterspiel noch Neuland und wird während der Kindermusikwoche erstmals erlebt.
Christoph Peukert und Taddeus Ehrhardt arrangierten für die Crash-Crew „Skyfall“ (Adele) und „Lone Digger“ (Caravan Palace). Das Besondere an diesem Ensemble liegt in seiner Besetzung: Die Kinder und Jugendlichen sind zum Großteil Pianisten und Kinder ohne instrumentale Erfahrung. Daher musizieren sie gemeinsam auf Tubuli und verschiedenen E-Pianos bzw. Synthesizern. Auf letzteren können die Teilnehmer Klänge von Holzbläsern, Streichern oder Blechbläsern nachahmen, gleichzeitig aber auch diese Klänge elektronisch verzerren. Die Crash-Crew setzt damit jedes Jahr aufs Neue musikalisch und klanglich andere Akzente, die das Abschlusskonzert bereichern.
Die dritte Gruppe, die vormittags in der KiMuWo probt, ist das Große Orchester. Für dieses Ensemble haben René Tannhäuser und Justus Czarnikow zwei Werke arrangiert. Zuerst erklang im Abschlusskonzert ein Teil der Filmmusik von „Madagaskar“, auf die zwei Ausschnitte von Gustav Holsts „Die Planeten“ folgten. Das Große Orchester besteht aus circa 45 Jugendlichen, die bereits Orchestererfahrung gesammelt haben. Gleichzeitig sind auch in diesem Orchester Instrumente vertreten, die in einem klassischen Sinfonieorchester meistens nicht vorkommen, u.a. verschiedene Gitarren, Blockflöten, Saxofone oder Klaviere.
Bis zum Mittwochvormittag proben alle Ensembles in ihren Registern, bevor die einzelnen Teile zusammengesetzt werden. Am Freitagvormittag fand für alle Vormittagsensemble die Generalprobe in der Kirche statt. Nach der Mittagspause starten für alle Teilnehmenden die Proben für das Musical.
Zum 30-jährigen Jubiläum wurde „Der kleine Tag“ aufgeführt: Die Tage leben im Lichtreich, einer Welt entfernt von der Erde. Jeder Tag darf einmal in seinem Leben auf die Erde und das Leben auf der Erde kennenlernen. Wenn große Ereignisse geschehen (bspw. die Entdeckung Amerikas, ein Kriegsbeginn, ein Friedensschluss, …), wird der Tag bewundert, anderenfalls gerät er in Vergessenheit. Der kleine Tag reist auch auf die Erde und erlebt einen Tag ohne neue Erfindungen oder Entscheidungen von großer Tragweite. Daher wird ihm bei seiner Rückkehr kaum Beachtung geschenkt. Aber genau ein Jahr später kehrt ein anderer Tag wieder zurück ins Lichtreich. Er erklärt, dass am Datum des kleinen Tags kein Streit und kein Krieg auf der Erde gewesen war. Es herrschte absoluter Frieden. Dadurch wird der kleine Tag doch noch zu einem bewunderten und gefeierten Tag im Lichtreich, denn dieses Ereignis konnte vorher noch kein Tag ins Lichtreich bringen.
Dieses Musical erarbeiteten die Kinder und Jugendlichen in sechs verschiedenen Gruppen. Die Schauspieler waren auf der Bühne aktiv, Kammerorchester, Chor und die Sounddesign-Gruppe sorgten für den musikalischen Rahmen. Einige Kinder halfen bei der Requisitengestaltung und die kleinsten unter den Teilnehmern tanzten zu einigen Titeln des Musicals. Wie viel die Kinder und Jugendlichen in dieser kurzen Woche schaffen und welche Qualität die Aufführung hat, ist jedes Jahr aufs Neue beeindruckend und wohl Teil der KiMuWo-Magie. „Wenn die Woche dann vorbei ist, werden jedes Jahr aufs Neue die Tage gezählt, bis es endlich wieder so weit ist. Die Kindermusikwoche ist wirklich einzigartig und richtig schön.“ sagt eine diesjährige Teilnehmerin. „Besonders an der Ferienfreizeit ist, dass nicht nur während der intensiven Probenphase im Sommer, sondern auch über das ganze Jahr und die Zeit nach der KiMuWo viele Freundschaften bestehen bleiben und es einen regen Kontakt zwischen Betreuern und Teilnehmenden gibt.“
Nach einer erfolgreichen 30. Ausgabe der KiMuWo sagten Kinder und Eltern Frauenstein „Auf Wiedersehen!“. Die Anmeldung zur 31. KiMuWo startet am 1. November über die Website www.kindermusikwoche.de .
Vielleicht reisen auch Ihre Kinder nächstes Jahr nach Frauenstein.